Demokratie lebt davon, dass Menschen mitbestimmen dürfen – und das geht schon im Grundschulalter.
Im Hort Loberaue wird das ganz praktisch umgesetzt: Dort findet regelmäßig eine Kinderkonferenz statt – einmal im Monat oder immer dann, wenn die
Kinder selbst sagen: „Wir wollen etwas besprechen!“
In dieser Konferenz entscheiden die Kinder, wie ihr Hort aussehen soll, welche Regeln gelten und was verändert werden soll.
Dabei geht es nicht um symbolische Beteiligung, sondern um echte Mitgestaltung.
Wenn zum Beispiel ein Raum viele rote Punkte bekommt – also zu viele Kinder sagen „Das gefällt uns nicht“ – dann wird der Raum tatsächlich umgeräumt, neu gestaltet oder komplett
verändert.
So geschehen zuletzt in der Werkstatt, die gemeinsam umgebaut wird.
Mitbestimmen heißt: Verantwortung übernehmen
Was besonders beeindruckt, ist die Haltung, mit der hier Beteiligung gelebt wird.
Die Kinder werden ernst genommen, ihre Meinungen zählen.
Und sie müssen nicht mitmachen, wenn sie einmal keine Kraft oder Lust haben.
Wer lieber spielen möchte, darf das tun, ohne dass jemand böse ist.
Wer zuhören möchte, hört zu.
Und wer helfen will, hilft – auch über Altersgrenzen hinweg: Größere Kinder unterstützen die Jüngeren beim Schreiben oder Formulieren ihrer Ideen.
Diese Atmosphäre des gegenseitigen Respekts und Vertrauens macht die Kinderkonferenz zu einem echten Lernort für Demokratie.
Hier üben Kinder, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen – für sich, für andere und für ihre Umgebung.
Ein Beispiel, das Schule machen sollte
Solche Orte zeigen, wie Demokratie im Alltag wachsen kann: leise, selbstverständlich und kindgerecht.
Die Kinder erleben, dass ihre Stimme Wirkung hat – dass Mitbestimmung nicht nur ein Versprechen ist, sondern Konsequenzen hat.
Das stärkt Selbstbewusstsein, Empathie und das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein.
Gleichzeitig zeigt das Beispiel aus der Loberaue, dass gelebte Demokratie immer auch von Haltung abhängt – von Menschen, die bereit sind,
Verantwortung zu teilen.
Nur, weil das Team des Horts den Kindern wirklich zutraut, Entscheidungen zu treffen, weil sie zuhören, unterstützen und Veränderung zulassen, kann Beteiligung hier so gut
funktionieren.
Es braucht diese Offenheit, Geduld und den Willen der Erwachsenen, Macht abzugeben – dann entsteht Raum, in dem Kinder Demokratie nicht erklärt bekommen, sondern erleben dürfen.
Ort: Delitzsch, Hort Loberaue
Fördertopf: Kleinprojektefonds
